Tiger orange kurz

Moto Guzzi Schwenker

tiger mit Schatten

Die italienische Traditionsmarke, und große Tradition ist seit der V7 im Jahr 1967 der längs eingebaute V2-Motor. Kardanantrieb, stabiler Rahmen und rustikale Bauweise kennzeichnen die Modelle. Eine Vielzahl verschiedener Typen wurde in einem Baukastensystem, ähnlich der BMW-2-Ventiler, auf den Markt gebracht. Immer wiederkehrende wirtschaftliche Probleme, in Folge diverse Eigentümerwechsel, da war die Qualität leider sehr schwankend. Wir haben Kunden, die haben mit ihrem Guzzi-Gespann ohne Probleme Namibia umrundet, und andere schrauben mehr als sie fahren .... wobei wir da nicht immer sicher sind, ob es wirklich an der Guzzi liegt.

Mit dem Wechsel auf die “neuen” Modelle (Griso, Breva, ...) konnten wir einen positiven Qualitätssprung feststellen, man hatte sich technisch auf das Maß der Mitbewerber eingependelt.

Auf jeden Fall ist so ein Motorrad etwas mit Charakter, das nicht an jeder Ecke steht.

Fangen wir mal an mit den Moto-Guzzi-Typen alter Schule, 850er und MILLE GT. Das sind zwischenzeitlich schon fast Liebhabermodelle, da wird die persönliche Note “eingebaut” und das Hobby mit Schwenker dann familientauglich gemacht.

Und dann darf natürlich eine nicht fehlen: Die Moto Guzzi CALIFORNIA, kurz Cali genannt. Sie schaffte es sogar in die Garagen der amerikanischen Polizei. Wir kennen die Szene, wenn der US-Cop in moderner Cowboy-Kluft den Straßenkreuzer an die Seite winkt, cool die ultralange Seitenstütze seiner Cali ausklappt und breitbeinig, die rechte Hand am Colt, zum Einsatz schreitet.....

Trittbretter, ein großes Windschild, meist dicke Chromsturzbügel, Zusatzscheinwerfer ... da sollte der SWING auch nicht fehlen.

Jetzt folgt die sportliche Abteilung. Moto Guzzi V10, ein Männermotorrad ... sagen einige. Ja, sie möchte schon mit Nachdruck in Schräglage gebracht werden und lässt den Bediener immer im Klaren darüber, dass unter ihm jede Menge Teile in Bewegung sind um die Pferde laufen zu lassen.

Hier haben wir sogar ein sehr seltenes Modell, eine DÄS-GUZZI mit Cantilever-Schwinge und noch allerlei Extras. Der Besitzer hat einiges an Aufwand und Herzblut in sein geliebtes Bike investiert, da war der maßgeschneiderte SWING noch das fehlende Sahnehäubchen.

Die alte, immer wieder gehörte Frage:

“Darf es ein bisserl mehr sein?”

Logisch, das ist dann eine Moto Guzzi V11

Sehr selten zu sehen, obwohl in den Vergleichstests immer gut bei der Musik, das ist die MG STELVIO, eine italienische Ausführung der BMW GS. Moderne Technik, kräftiger Motor, sehr gutes Fahrwerk, okay, nicht das leichteste Motorrad, aber im Fahrbetrieb locker und komfortabel. Auch die hat schon in unserer Werkstatt übernachtet und wurde dabei etwas verbreitert.

Noch seltener, mit dem bösen Spitznamen “Eisenschwein” versehen, der Vorgänger der STELVIO, die QUOTA.

So selten, dass wir nur ein einziges Zufallsfoto davon haben, denn der SWING ging in einer großen Kiste verpackt auf die Reise, der Zielort ist an der Nummertafel erkennbar.

quota

Jetzt eine der “neuen” Guzzis, eine GRISO 850. Die gewohnte stabile Bauart mit einem Motor, der wirklich pfiffig an die Arbeit geht, verwindungssteifes Fahrwerk und gute Bremsen. Die einwandfreie Verarbeitung, saubere Detaillösungen, auch bei Dingen, die man nur unter den Verkleidungsteilen findet, das gefällt nicht nur uns. Weiter so in Mandello.

Und last but not least wieder einmal: Darf´s ein bisserl mehr sein? - ach, das hatten wir schon.

Griso 1100

© Ralph Kalich 2016