Tiger orange kurz

Testride 2015

tiger mit Schatten

Was treibt ein Schwenkerhersteller im goldenen Oktober, nachdem der Arbeitsberg von Frühjahr und Sommer erledigt wurde? Er sucht sich eine neue Beschäftigung oder macht die alljährlich vorgesehene Testfahrt, um die eigenen Produkte auf Herz und Nieren, bzw. auf Stahl und Kunststoff sowie diverse neue Ideen und deren Funktion zu prüfen.

Wir haben wieder das gewohnte Testgebiet Alpen gewählt und im Herbst aufgrund der Wetterlage bevorzugt die Alpes Maritimes (Seealpen). Ganz nebenbei wurden dabei wieder Pässe „gesammelt“, dadurch ergab sich selbstredend eine recht anspruchsvolle Tourenplanung.

Dieses Jahr waren es die Eckpunkte Grenoble – Toulon – Menton, An- und Abreise über die Autobahn zum französischen Olympiaort wurden auf 4 Rädern absolviert, 1200 km Autobahn auf dem Mopped kann man sich getrost ersparen und das bringt auch wenig Erfahrungswerte. Auf dem Plan standen über 100 Pässe, kleinste und auch wieder die ganz großen, über 2000 km Straße – oder auch “keine Straße” auf einigen Routen.

Das Wetter war traumhaft, 6 Tage Sonnenschein, manchmal eine Stunde Wolken, kein Tropfen Regen, die Explorer und der Swing machten genau das, was von ihnen erwartet wurde: Funktionieren!

Alles lief ohne jedes Problem, keinerlei Einschränkungen in den knapp 44 Stunden reiner Fahrzeit.

2048 km - 44 Stunden - stimmt, das ergibt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von “nur“ 45 km/h und wenn man sich einige der Bilder anschaut erklärt sich das von selbst.

Da gab es zum Beispiel den Col de La Chal, der sich beim Befahren als die Motocross-Übungsstrecke der dortigen Schlammpfützen-Fans entpuppte. Egal, dauerte etwas länger, aber auch der wurde abgehakt.

Der Colle di Tenda, eher etwas für die Schotter-Fraktion ... ach was, die Triumph- Explorer ist doch aus der Sparte der Reise-Enduros und der Beiwagen fährt einfach nebenher.

 

Der SWING an der Triumph war mit 50 kg Gepäck beladen, wurde also wieder mal als Maxi-Packtasche missbraucht. Insgesamt brachte das Dreirad knapp 600 kg auf die Waage, verbrauchte im Schnitt 6,5l Benzin und null Öl. Der schon etwas vor dem Start testweise montierte Billig-Seitenwagenreifen des Herstellers MAXXIS hat die Tour nicht überstanden, nach insgesamt 4000 km war nur noch Slick zu sehen, die auf der Zugmaschine verwendeten Michelin PilotRoad waren wie gewohnt über jeden Zweifel erhaben.

Was vermissen wir bei solchen Touren: Ehrlich gesagt diverse Vergleichsaktionen der Mitbewerber im Segment “schräges Dreirad”. Uns scheint, außer ein paar Metern für Pressebilder und der notwendigen Runde zur örtlichen Prüfstelle des TÜV endet dort die Fahr-Erprobung bei der Auslieferung an die Kunden. Dazu darf sich aber jeder seine eigenen Gedanken machen.

Wie üblich ein paar Bilder um auch Ihnen etwas Appetit auf dieses herrliche Testgebiet zu machen.

© Ralph Kalich 2016