

LIVIGNO - hin und zurück und drumrum
Wieder eines dieser Jahre, die scheinbar viel zu wenige Tage haben. Der Testride wurde an das Alpen-Schwenker-Treffen gekoppelt, das netterweise unser Eidgenosse Markus vorbereitet hatte. Autobahnen werden gemieden, Kurven werden gesucht - wobei das Suchen bei der Streckenwahl recht einfach war: Jede Menge Auswahl.
Es begann Mittwoch nachmittags bei strahlendem Sonnenschein als Aufwärmrunde kreuz und quer durch den Schwarzwald bis Stühlingen an der Schweizer Grenze. Hier fädelten wir uns dann am nächsten Morgen auf kleinen Schweizer Straßen Richtung Süden, immer darauf bedacht trotz den schönen Wetters nicht das eidgenössische Limit von 80km/h zu überschreiten, was auf verschiedenen kleinen Kurvenstrecken auch kaum möglich war. Vom Rheinfall bei Scahffhausen ging es westlich Chur über den Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein (das wäre dann die Geburtsstätte von “Vater Rhein”) auf herrlichen kleinen Straßen in die Rheinschlucht, Ruinaulta genannt, und dann weiter über den Julier- und Berninapass nach Livigno. Dort wurde das kurvenbedingte Grinsen noch breiter, denn dank Zollfreizone sind an der Tanke weniger als ein Euro pro Liter Super abzugeben
Am Hotel trafen wir die anderen Teilnehmer, fünf SWING aus 4 Nationen und eine Solo standen vollgetankt für die erste Tour Freitags in den Startlöchern. Nach einem gemütlichen Abend mit erstklassischer italienischer Küche durften wir von den folgenden Pässen träumen.
Freitag - entspannt - man musste ja nur dem Tourguide (Markus) hinterherfahren. Die Runde führte uns nach Süden über unter anderem über den Gavia-Pass mit 2618 m Höhe. Man sollte ihn einmal gefahren haben (das habe ich vor 10 Jahren auch schon mal gesagt), denn eine “Schönheit” ist es nicht, schlechte Straße, schmal, viel Verkehr......
Nach der Mittagspause ging es dann über kleine Sträßchen mit Päss-lein wieder Richtung Norden bis Tirano. Dort koppelten wir uns von der Gruppe ab, den deren geplante Route war uns irgendwie zu kurz ... oder zu gerade (Bernina-Pass ..... ) und wir fuhren alleine schnell mal nach Trafoi und von dort nach Livigno - einfacher gesagt: Stilfser Joch komplett einmal West-Ost und wieder zurück. Gegen Abend war dort der Verkehr recht dünn, sodass herrlicher Kurvenspaß angesagt war. Bei der Rückfahrt fädelten sich vor uns auf der Passhöhe fünf Porsche 911 neuester Bauart und ein Mercedes SLS ein, Tigerchen durfte mal wieder seinen Dreizylinder voll ausspielen und für den Mopped-Bediener(wie auch zumindest einen der 911-Treiber) war jetzt Dauergrinsen angesagt.
Zurück am Hotel zeigten leider schon die ersten Regentropfen, dass der Samstag nicht so schön werden würde.
Die Wettervorhersage drohte Schneefall in der Nacht auf Sonntag an, aus diesem Grund wollten drei der Teilnehmer schon Samstag die Heimreise antreten. Wir fuhren daher Samstag morgens bei Nieselregen und Nebel über den Bernina Richtung Engadin wo es zumindest trocken wurde, dann Richtung Davos über den Flüela. Dieser endete für uns talabwärts wegen einer unfallbedingten Sperrung. Die Heimfahrer setzten sich auf der Passhöhe ins Lokal, zwei übrig gebliebene Schwenker machten kehrt, fuhren den Flüela wieder zurück, über den Albula nach Tiefencastel und, waren wir schon lange nicht mehr, den Julier und Bernina Richtung Hotel.
Sonntag Morgen - Augen auf - Blick durchs Fenster - alles ist weiß !!!
Okay, es hat geschneit, die umliegenden Pässe waren schneebedeckt, da blieb noch der Rückweg durch den Munt la Schera Tunnel Richtung Ofenpass. Den Schnee vom Mopped gefegt, das Gepäck verladen, die Regenkombi an und schon ging es los. 1,5°C, die Straßen waren nass aber weitgehend schneefrei. So ging es ins Engadin, leichter Nieselregen, dem Inn entlang nach Österreich Richtung Landeck. Da der Fernpass meist von Autos zugestellt ist bogen wir ab übers Hahntennjoch, dann Oberjoch Richtung Kempten. Da gab es dann den berühmten Hamburger und, viel wichtiger, jede Menge Sonnenschein. Wieder nach dem altbewährten System “Grobe Richtung Nord-West, da wo der Himmel schön blau ist” hielt sich das gute Wetter bis in die Heimat.
4,3 Tage, 1665 km, reine Fahrzeit ziemlich genau 30 Stunde, die Durchschnittsgeschwindigkeit 55,5 km/h, einiges an Pässen, manche mehrfach, weil es eben so ausging, wie z.B. 2 x Stilfser Joch, 2 x Julier, 2 x Flüela, 3 x Bernina, 2 x Passo d´ Eira, 3 x Forcola di Livigno, 2 x Passo di Foscagno, Gavia, Passo di Santa Cristina (der stand nicht mal in den Alpenrouten.de - jetzt eingefügt) ein paar Pässlein durch die Schweiz, .......
Fahrzeug wie schon erwähnt das Tigerchen (Explorer), 2 Personen + Gepäck, so um die 570 kg fahrfertig. Durchschittsverbrauch 5,7 l, kein Ölverbrauch messbar, Defekte null, Reifen PilotRoad 4 wie immer erste Sahne, Zeit - einfach zu wenig.
Die üblichen Bilderkes im Anhang.
© Ralph Kalich 2018